Das letzte seiner Art

Klimakollaps, Wirtschaftskollaps, Mentalkollaps – egal, ob durch den Einsturz der Finanzmärkte, die Erderwärmung oder die drohende Nazi-Apokalypse: wer jetzt immer noch nicht durchdreht, der geht nicht mit der Zeit. Nach dem Weltbestseller „Der bebende Busen: Warum wir alle bald jämmerlich ersaufen!“ legt das erfolgreiche alarmistische Autoren-Kollektiv nun eine Fortsetzung vor. Warum die Welt tatsächlich untergeht, diesmal aber wirklich, und warum Sie deshalb jetzt noch schnell ihre Amazon-Prime-Karte glühen lassen sollten, das alles erfahren Sie in diesem aufwühlenden Schmöker, der dieses Jahr (ganz sicher Ihr letztes) auf keinem Gabentisch fehlen sollte. Die Focus-Redaktion hyperventiliert geschlossen aus dem Weihnachtsurlaub: „Oh! Mein! Gott!“

Alles senkrecht

Konrad ist 17 Jahre alt und 48 Stunden am Tag drauf. Heroin, Kokain, Ketamin, Crystal Meth, Badesalz, Speed, Magische Pilze, Plutonium-Wodka und Uhu-Kleber – nur so lässt sich der apokalyptische Berliner Party-Marathon auf Dauer durchhalten. In den wummernden Dubstep-Katakomben unter dem ehemaligen Führerbunker pustet sich eine übersättigt-nihilistische Jugend auf der Überholspur ihre letzten Hirnzellen weg. Dieses rauschhafte Debüt eines anonymen kasachischen Bloggers, das eigentlich nur aus rückwärts abgedruckten WhatsApp-Nachrichten besteht, ist schon jetzt der Liebling des Hauptstadt-Feuilletons. Helene Hegemann will sich zu seinen Ehren auf der nächsten Bachmannpreis-Verleihung die Pulsadern aufschneiden und Denis Scheck twitterte aus dem Berghain-Klo: alles senkrecht ihr f#tzen!

Schwere Kost

Es ist der siebenundachtzigste ungelöste Fall für Kommissar Borke und sein Team vom Sonderdezernat Hoffnung 2.0 in Zschopau. Diesmal geht es an’s Eingemachte, und damit ist nicht nur die abgelaufene Konservendose mit „Leipziger Allerlei“ gemeint, die für eine wochenlang verstopfte Toilette im Polizeipräsidium sorgen wird. Eine Reihe bestialischer Ritualmorde hält das Erzgebirge in Atem. Bald führt die Spur in die höchsten Kreise der Sanitärindustrie. Wird es Borke gelingen, das perverse Gestrüpp aus Korruption, Drogenhandel und verdreckten Abflüssen zu entwirren? Als er seine eigene Tochter beim Schnupfen von illegalem WC-Reiniger erwischt, sieht der Kommissar rot. Dieser Fall führt alle Beteiligten weit über ihre Grenzen hinaus, manchmal sogar bis nach Chemnitz. Die Sächsische Rundschau meint: „Wer dieses Buch aus der Hand legt, fühlt sich erleichtert.“

Am Ende sind alle besoffen

Was passiert, wenn der russische Onkel und die hawaiianische Großmutter gleichzeitig zu Besuch kommen und die polnische Putzfrau mal wieder Brechdurchfall hat? Jetzt muss Kevin, der Held dieses vergnüglichen Schenkelklopfers, improvisieren. Wird es ihm gelingen, die verrückte Verwandtschaft zu bändigen? Hier bleibt kein Auge trocken, kein Migranten-Klischee verschont und kein Kapitel zu Ende gelesen. Am Ende sind alle besoffen und tanzen Hula Hula. Wladimir Kaminer meinte im Deutschlandfunk: „Mein Anwalt ist eingeschaltet!“

Wer wird diesen Sommer überleben?

Eine Gruppe von alten Schulfreunden findet nach dreißig Jahren an der malerischen Küste Neuenglands zusammen. Erinnerungen werden wach, offene Rechnungen werden beglichen, offene Beine heilen spontan. Über allem schwebt der Hauch kommenden Unheils. Auf tausend episch erzählten Seiten breiten sich Biographien des Wahnsinns aus, mächtig wie die schäumende Brandung und narkotisierend wie eine Familienpackung Valium. Wer wird diesen Sommer überleben? Der Leser ganz sicher nicht.

Zwischen Mistgabeln und Widerstand

Das Hunsrück kurz vorm Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Zwei Schwestern stehen am Scheideweg ihres Lebens. Renate, die Ältere, strebt nach Unabhängigkeit und radelt gerne. Die jüngere Traudel sucht ihr Glück in der Apfelernte und in der Verlobung mit dem feschen Landwirt Hans, der ein dunkles Geheimnis in sich trägt. Ein deutsches Familienschicksal zwischen Mistgabeln und Widerstand. Iris Radisch (Die ZEIT) notierte: „Eines der wahrscheinlich wichtigsten Bücher der nächsten zwei Minuten. Leider viel zu lang. Gesendet von meinem iPhone.“

Nichts als Abziehbilder

Der Giftschrank ist eröffnet: uns begegnet hier das erste Werk einer endlosen Reihe von Buchtiteln, die vergeblich um Veröffentlichung betteln. Was passiert, wenn die Generation X ihren unter einem Haufen von Zynismus, Metaquark und schlechtem Koks verborgenen Humor wiederentdeckt? Nichts als Abziehbilder. Ein ebenso erschütterndes wie überflüssiges Buch.

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